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29. Juni 2019 – Burgfest

29. Juni 2019 – Burgfest

Der Verein zur Förderung der Staufer Burg lädt ein zum
Burgfest an der Burgruine Stauf
am Samstag, 29. Juni 2019.
Für das leibliche Wohl und musikalische Unterhaltung ist bestens gesorgt.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Dieses Gedicht stammt aus einer alten Sage, welche sich auf das Geschlecht des Grafen Ebertstein beziehen.

WEITER ZUR SAGE
SAGE

Eine Sage bezieht sich auf die Zeit Kaisers Otto l. Nachdem er im lotharingischen Kriege im Jahr 938 Straßburg belagert und eingenommen hatte, wandte er sich gegen Eberstein, weil die Grafen mit des Kaisers Feinden verbündet waren, und hielt die Veste Ebersteinburg drei Jahre eingeschlossen, ohne sie zu bekommen. Da sann er auf List und schrieb ein Turnier nach Speier aus mit freiem Geleit für Jedermann.

Die Grafen von Eberstein stellten sich ein. Es waren drei Brüder, welche bisher ihre Veste vertheidigt hatten. Während ihrer Abwesenheit gedachte der Kaiser durch einen erneuerten Angriff der langen Belagerung ein Ende zu machen. Da wurde der jüngste der Brüder beim nächtlichen Fackeltanze von des Kaisers Tochter gewarnt und ihm das Vorhaben desselben verrathen.

Die Brüder entwichen sogleich, nachdem sie, um die Feinde sicher zu machen, für den folgenden Tag einen Turnierpreis ausgesetzt hatten. Sie langten noch zur rechten Zeit auf Ebersteinburg an, schlugen den Sturm ab, und bei einer folgenden Unterhandlung täuschten sie die Feinde über ihre Vorräthe an Lebensmitteln, indem sie Fässer mit doppelten Böden bereiteten und eine dünne Lage Frucht über Haufen alter Hülsen und Spreu schütteten.

Die Fehde wurde darauf verglichen; der Kaiser gab dem Jüngsten der drei Brüder, Eberhard, das Fräulein, welche ihn gewarnt hatte, zur Gemahlin, und hielt ihnen ein glänzendes Hochzeitsfest.

Die wunderliebliche Sage begeisterte unsern großen Uhlland zu dem herrlichen Gedichte, das hier sowohl seines schönen, als humoristischen Inhaltes wegen, Platz finden möge:

Zu Speier: im Saale, da hebt sich ein Klingen,
Mit Fackeln und Kerzen ein Tanzen und Springen.
Graf Eberstein
Führet den Reihn
Mit des Kaisers holdseligem Töchterlein.
Und als er sie schwingt nun in lustigem Reigen,
Da flüstert sie leise, sie kann’s nicht verschweigen:
Graf Ebersiein,
Hüte Dich fein,
Heute Nacht wird dein Schlößlein gefährdet seyn.
Ei! denket der Graf, Euer Kaiserlich Gnaden,
So? habt Ihr mich darum zum Tanze geladen!
Er sucht sein Roß,
Läßt seinen Troß,
Und jaget nach seinem gefährdeten Schloß.
Um Ebersteins Veste, da wimmelts von Streitern,
Sie schleichen im Nebel mit Haken und Leitern.
Graf Eberstein
Grüßet sie fein,
Er wirft sie vom Wall in die Gräben hinein.
Als nun der Kaiser am Morgen gekommen,
Da meint er, es seye die Burg schon genommen.
Doch auf dem Wall
Da tanzen mit Schall
Der Graf und seine Gewappneten all.
Herr Kaiser! befchleicht Ihr ein andermal Schlösser,
Thut’s Noth, Ihr versteht auf’s Tanzen Euch besser,
Euer Töchterlein
Tanzet so fein,
Dem soll meine Veste geöffnet seyn.

Im Schlosse des Grafen, da hebt sich ein Klingen,
Mit Fackeln und Kerzen ein Tanzen und Springen.
Graf Eberstein
Führet den Reihn
Mit des Kaisers holdseligem Töchterlein.
Und als er sie schwingt nun im bräutlichen Reigen,
Da flüstert er leise, nicht kann er’s verschweigen:
Schön Jungfräulein
Hüte Dich fein,
Heute Nacht wird ein Schlößlein gefährdet seyn.